Anonymisierter Ergebnisblick-Bericht

Ordinationsbericht 2024
Beispielordination Wahlarzt

Dieser Musterbericht zeigt, wie Ergebnisblick bestehende Unterlagen wie EAR, E1a und Anlagenspiegel in einen verständlichen wirtschaftlichen Bericht übersetzt. Namen, Werte und Sachverhalte sind anonymisiert und dienen ausschließlich der Veranschaulichung.

Berichtsjahr: 2024 Vorjahr: 2023 Datenbasis: EAR, E1a, Anlagenspiegel Zielgruppe: Wahlärzte

1. Management Summary

Die Beispielordination erzielte im Jahr 2024 Honorareinnahmen von 160.700 EUR. Gegenüber dem Vorjahr mit 162.500 EUR entspricht das einem leichten Rückgang von rund 1,1 %. Die Einnahmenseite ist damit weitgehend stabil geblieben.

Das berichtete Ergebnis ist jedoch deutlich von 63.600 EUR auf 35.700 EUR zurückgegangen. Für die Einordnung ist wesentlich, dass das Jahr 2024 durch eine Übersiedlung, Investitionen und einmalige Anschaffungen geprägt war. Daher sollte das Ergebnis nicht isoliert als dauerhafte operative Verschlechterung gelesen werden.

Besonders zu beobachten sind der gestiegene Ordinationsbedarf, der höhere Personalaufwand und die neuen Standortkosten. Der Bericht empfiehlt, diese Punkte im Gespräch mit dem Steuerberater gezielt zu klären.

2. Zentrale Werte auf einen Blick

Honorareinnahmen 2024
160.700 EUR
Vorjahr: 162.500 EUR
Berichtetes Ergebnis
35.700 EUR
Vorjahr: 63.600 EUR
Honorarkostenquote
47,8 %
Vorjahr: 38,9 %
Personalkostenquote
17,6 %
Vorjahr: 11,3 %

Die Honorarkostenquote enthält laufende Ordinationskosten inklusive Personalaufwand.
Nicht als laufende Kosten behandelt werden:
AfA, GWG, Gewinnfreibetrag, Ablösen und erkennbare Sondereffekte.

3. Entwicklung der Honorareinnahmen

Einschätzung: weitgehend stabil

Die Honorareinnahmen sind im Vergleich zum Vorjahr nur leicht zurückgegangen. Der Rückgang von rund 1,1 % ist für sich genommen kein starkes Warnsignal. Gleichzeitig bedeutet er aber, dass gestiegene Kosten nicht durch höhere Honorareinnahmen ausgeglichen wurden.

Falls die Anzahl der Patiententermine vorliegt, kann zusätzlich ein durchschnittliches Honorar pro Termin berechnet werden. Das ist besonders hilfreich, um zu erkennen, ob sich die Entwicklung aus weniger Terminen, anderen Leistungen oder geänderten Honoraren ergibt.

4. Honorarkostenquote und Personalkostenquote

Honorarkostenquote: gestiegen

Die Honorarkostenquote ist im Beispiel von 38,9 % auf 47,8 % gestiegen. Das bedeutet: Ein größerer Anteil der Honorareinnahmen wurde durch laufende Kosten der Ordination gebunden.

Personalkostenquote: deutlich höher

Die Personalkostenquote ist von 11,3 % auf 17,6 % gestiegen. Damit ist der Personalaufwand ein wesentlicher Treiber der höheren laufenden Kosten. Zu klären ist, ob der Anstieg dauerhaft ist oder durch eine besondere Situation im Jahr 2024 verursacht wurde.

5. Kostenentwicklung

Betriebsausgaben insgesamt: deutlich höher

Die Betriebsausgaben sind im Beispieljahr insgesamt deutlich gestiegen. Für die Management-Sicht ist zuerst die Gesamtsumme wichtig: Sie zeigt, wie stark der laufende Ordinationsbetrieb das Ergebnis belastet.

Einzelne Kostenpositionen werden hier bewusst nicht mehrfach wiederholt. Auffällige Einzelposten mit starkem Anstieg werden im nächsten Kapitel „Auffällige Kostensprünge gegenüber dem Vorjahr“ gesammelt dargestellt. Dadurch bleibt der Bericht übersichtlich und die Aufmerksamkeit liegt auf den wirklich erklärungsbedürftigen Punkten.

Personalaufwand bleibt gesondert sichtbar

Der Personalaufwand wird zusätzlich über die Personalkostenquote eingeordnet, weil er häufig dauerhaft wirkt und für viele Ordinationen ein zentraler Kostenblock ist.

6. Investitionen, AfA und GWG

Investitionen prägen das Jahr

Im Anlagenspiegel sind im Beispiel Zugänge von 25.000 EUR ausgewiesen. Diese stehen im Zusammenhang mit Umbau, Einrichtung und Übersiedlung. Die höhere AfA belastet das Ergebnis, ist aber nicht als normale laufende Kostensteigerung zu interpretieren.

Auch die geringwertigen Wirtschaftsgüter sind gestiegen. Wenn ein Teil davon einmalig durch die Übersiedlung verursacht wurde, sollte dieser Effekt bei der operativen Betrachtung gesondert eingeordnet werden.

7. Auffällige Kostensprünge gegenüber dem Vorjahr

In diesem Abschnitt werden Kostenpositionen gezeigt, die gegenüber dem Vorjahr um mehr als 30 % gestiegen sind und zugleich einen relevanten absoluten Anstieg aufweisen. Diese Punkte sollten beobachtet oder hinterfragt werden.

PositionVorjahrBerichtsjahrEinordnung
Ordinationsbedarf8.900 EUR14.000 EURdeutlich erhöht, Ursache klären
Personalaufwand18.400 EUR28.300 EURwesentlicher Treiber der laufenden Kosten
Miete/Pacht/Leasing10.200 EUR14.700 EURmöglicherweise neuer Standortkostenrahmen

8. Rückfragen und Klärungspunkte

Welche Teile des höheren Ordinationsbedarfs sind dauerhaft und welche einmalig?

Ist der höhere Personalaufwand auf mehr Stunden, neue Mitarbeiter oder Einmaleffekte zurückzuführen?

Sind die höheren Standortkosten der neue laufende Normalwert?

Welche Kosten hängen direkt mit der Übersiedlung zusammen?

Gibt es im Folgejahr noch Nachwirkungen aus Übersiedlung, Umbau oder Ablöse?

Wie viele Patiententermine gab es im Vergleich zum Vorjahr und wie hat sich das durchschnittliche Honorar pro Termin entwickelt?

9. Glossar

Honorareinnahmen
Die Einnahmen aus der ärztlichen Tätigkeit.
Honorarkostenquote
Laufende Ordinationskosten inklusive Personalaufwand im Verhältnis zu den Honorareinnahmen.
Personalkostenquote
Personalaufwand im Verhältnis zu den Honorareinnahmen.
AfA
Absetzung für Abnutzung. Größere Investitionen werden über mehrere Jahre verteilt als Aufwand erfasst.
GWG
Geringwertige Wirtschaftsgüter. Kleinere Anschaffungen, die meist sofort als Aufwand wirken.
Sondereffekt
Einmalige oder außergewöhnliche Ereignisse, die ein Jahr verzerren können, zum Beispiel Übersiedlung oder Praxisübernahme.
Ergebnis
Der wirtschaftliche Überschuss nach Abzug der Betriebsausgaben.
Liquidität
Kurzfristig verfügbare Zahlungsmittel. Gewinn und Kontostand sind nicht dasselbe.

Hinweis

Dieser Beispielbericht ersetzt keine steuerliche, rechtliche oder betriebswirtschaftliche Beratung. Er zeigt, wie vorhandene Unterlagen verständlich aufbereitet und für das Gespräch mit dem Steuerberater nutzbar gemacht werden können.

Pilotfall anfragen